Über die Gewinner der Hamburg Innovation Awards in den Kategorien IDEE, START und WACHSTUM entscheidet aktuell eine unabhängige, hochkarätig besetzte Jury.

Genügend Zeit für uns, sich die Finalisten mal genauer anzugucken und hinter die Kulissen der Unternehmen zu blicken. Letzte Woche haben wir die HHIA-Finalisten, der Kategorie IDEE kennengelernt. Heute wollen wir mit der START-Startups weitermachen.

Nochmal als Erinnerung: die Finalisten der Kategorie START sind Breeze Technologies, vilisto und CiDO. Sie alle haben sich gegen eine Vielzahl an Bewerbern durchgesetzt. Aber welche Problematiken behandeln die Startups überhaupt? Wie kam es zu der Idee und wer sind die Gesichter hinter den Produkten?

Spätestens seit der Diskussion um das Diesel-Fahrverbot ist den meisten klar, wie schlecht es um die Luftqualität wirklich steht. Das Hamburger Startup Breeze Technologies forscht an diesem Sachverhalt bereits seit 2015. Dabei unterstützen Robert Heinecke, Sascha Kuntze und ihr Team Städte und Unternehmen dabei ihre Umwelt lebenswerter zu gestalten. Hierfür liefert das Startup hochlokale Luftqualitäts- und Klimadaten auf der Basis von eigenen, kostengünstigen Sensoren und externen Datenquellen. Die gesammelten Daten werden automatisch in Echtzeit analysiert. Smarte Algorithmen empfehlen auf ihrer Basis die effektivsten und effizientesten Maßnahmen zur Verbesserung der Luftqualität, stellen im Bedarfsfall die Verbindung zu entsprechenden Lösungsanbietern her und überwachen den Erfolg von durchgeführten Interventionen in intelligenten Gebäuden und Smart Cities. Dass die Lösung von Breeze zukunftsweisend ist zeigen nicht nur die Einsätze in Hamburg und Berlin, sondern auch zahlreiche Auszeichnungen, wie beispielsweise die Forbes 30 under 30 in der Kategorie “Social Entrepreneurs”. Na dann warten wir mal gespannt auf den 17. Mai. Vielleicht reiht sich ja eine weitere Auszeichnung mit ein.

Der Breeze Sensor sowie die Cloud-Lösung © Breeze Technologies UG

Das Team von Breeze Technologies © Anne Gaertner

Aber Breeze Technologies tritt natürlich nicht alleine in der Kategorie START an. Das wäre ja auch langweilig.

Eine weitere smarte Lösung bietet uns das im April 2016 gegründete Unternehmen vilisto. Was als wissenschaftliche Arbeit in der Uni begann, entwickelte sich immer weiter bis die Gründer Christoph Berger, Lasse Stehnken und Christian Brase das Unternehmen starteten (weitere Einblicke zum Thema: “Von der Idee an der Uni zum Startup-Superstar” liefern uns übrigens drei Startups des AirbusBizLabs in der Speakers Corner). Aber was machen die drei denn eigentlich den lieben langen Tag? vilisto entwickelt und vertreibt selbstlernende Heizkörperthermostate zur Optimierung des Heizenergieverbrauchs von Büro- und Verwaltungsgebäuden – mit möglichen Einsparungen der Heizkosten von bis zu 40%. Die KI-basierte, proprietäre Technologie nutzt selbstlernende Algorithmen sowie eine integrierte Präsenzerkennung um die Heizkörper herunterzufahren, wenn keine Personen im Raum erkannt werden und reduziert den Energieverbrauch durch Antizipation des Nutzerverhaltens aufgrund von vergangenen Präsenzdaten. Digitale Facility Services auf Basis der gesammelten Daten schaffen zudem einen Mehrwert für das Energie- und Gebäudemanagement und ermöglichen die Senkung weiterer Betriebskosten. Genaueres ergänzt Christoph Berger sicherlich auch gerne an seinem Stand in der HHIS EXPO Garage. Schaut also auf jeden Fall vorbei. Dort würde er übrigens nicht alleine stehen, würde vilisto den Hamburg Innovation Award der Kategorie START gewinnen. Der Praktikant, den das junge Unternehmen mit dem Geld einstellen würde, würde ihm sicherlich tatkräftig zur Seite stehen.

Das Team von vilisto

Das von vilisto entwickelte Heizkörperthermostat

Um die Verleihung am 17. Mai noch spannender zu machen reiht sich auch die Uniberry GmbH (das Unternehmen hinter CiDO) in der Kategorie START mit ein.

Das Unternehmen von Felix Ueckermann und Julian Wulf automatisiert einen Ablauf, den wir alle nur zu gut kennen. Wer den ganzen Tag im Büro sitzt kann schwer seine Online-Bestellungen oder die Weihnachtskekse von Mama entgegen nehmen. Am Abend findet man dann einen Zettel im Briefkasten, der einen darüber aufklärt, dass das Paket beim Nachbarn oder ab dem nächsten Tag in der nächsten Post-Filiale liegt. Dieses Verfahren im Zeichen der Digitalisierung zu umgehen, nimmt sich CiDO an, da auch neue Zustellpunkte, wie beispielsweise Paketspinde, -boxen oder -taschen, die im Inneren von Mehrfamilienhäusern installiert werden, das Problem nur teilweise lösen. Vielerorts haben zwar die Postboten einen Haustürschlüssel, für die Paketboten gilt dies jedoch nicht. Durch CiDO wird das Paket selbst zum Schlüssel indem das Sendungsetikett bei der Türöffnung zum Einsatz kommt. So werden jedes Jahr 3,16 Mrd. Paketsendungen bundesweit zugestellt. Alle übrigen Dienstleister und Servicetechniker erhalten über Dienstausweise Zugang zu Gebäuden. Die Berechtigungen dazu lassen sich online verwalten und bei Bedarf anpassen. Auch können temporäre Codes an Smartphones gesendet werden oder die Tür wird direkt durch die Hausverwaltung über das  Online-Portal freigegeben – ein Klick genügt.

Das Team hier CiDO

Nur ein Klick – die Lösung CiDO

Zusammenfassend fällt auf, dass das Thema “Smart City” bei den Hamburger START-Startups auf jeden Fall im zentralen Mittelpunkt steht. Wer am Ende das Rennen macht, erfahren wir am 17. Mai 2018!

© Beitragsbild: Anne Gaertner