Nachdem seit letzter Woche die Finalisten der Hamburg Innovation Awards in den Kategorien IDEE, START und WACHSTUM feststehen, entscheidet jetzt eine unabhängige, hochkarätig besetzte Jury wer in die Fußstapfen von HiDoc, bentekk und DERMALOG tritt.

Genügend Zeit für uns, sich die Finalisten mal genauer anzugucken und hinter die Kulissen der Unternehmen zu blicken.

Nochmal als Erinnerung: die Finalisten der Kategorie IDEE sind Metronus, NautilusLog und Holiday-Hero. Sie alle haben sich gegen eine Vielzahl an Bewerbern durchgesetzt. Aber welche Problematiken behandeln die Startups überhaupt? Wie kam es zu der Idee und wer sind die Gesichter hinter den Produkten?

Wir alle lieben Urlaub. Weiße Strände, Palmen, spannende Großstädte, fremde Kulturen und mehr. Bevor wir starten ist die Freude groß. Aber bei dem ein oder anderen zeigt sich wieder einmal “Vorfreude ist die schönste Freude”. Vor Ort angekommen zeigt es sich meistens anders als Gedacht. Verdreckte Pools, gammelige Duschen, Baustellen direkt vor dem Fenster und das täglich gleiche, eintönige Buffet können einem den Spaß am wohlverdienten Urlaub gründlich vermiesen. Unsere Ansprüche durchzusetzen nimmt sich Holiday-Hero kostenlos an. Dazu müssen die Reisemängel in nur wenigen Schritten online geschildert werden. Im Anschluss vergleicht der von Holiday-Hero entwickelte Algorithmus den geschilderten Fall mit einer umfangreichen Reiserechts-Datenbank und ermittelt so eine sichere Bewertung der Erfolgsaussichten. Schließlich liefert der Service ein auf den individuellen Fall zugeschnittenes professionelles Forderungsschreiben.”[…]Wer Unrecht erfährt, soll in unseren Augen nicht auf sein Recht verzichten müssen, nur weil die Kosten für einen Anwalt zu hoch sind. […]”, meint Co-Gründer und Anwalt Dr. iur. Jan Stemplewsk und unterstützt damit einmal mehr die Notwendigkeit der Produkt-Idee. Er, sein Bruder Niclas sowie Christian Ritter bilden das Gründer-Team hinter Holiday-Hero. Gemeinsam mit ihrem sechsköpfigen Team arbeitet das Legal-Tech-Startup nach der Devise: Deine Reise. Dein Recht. Dein Geld. Vorausgesetzt eines Gewinns, würde das Gründer-Team zu Recherchen-Zwecken übrigens eine Malediven-Reise antreten.

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Aber Holiday-Hero geht ja nicht alleine an den finalen Start um den Hamburg Innovation Award in der Kategorie IDEE.

Ein weiteres Startup präsentiert die App-Lösung NautilusLog. Die Brüder Otto und Moritz Klemke haben diese gemeinsam mit Ingo Klemke und Sven Hamer entwickelt, um somit auch die Schifffahrt in der Digitalisierung ankommen zu lassen. Für die Lösung des digitalen Logbuchs greift das Startup auf bereits bestehende Infrastrukturen zu. Die Smartphone-Technologie ermöglicht es beispielsweise, dass die Anwendung bereits jetzt weltweit gedownloadet werden kann. Tagtäglich werden für NautilusLog Daten gesammelt und automatisch so aufgearbeitet, dass Reederer sie sinnvoll einsetzten können. Dies ermöglicht eine einfache Kommunikation und Aufgabenerledigung zwischen der Crew an Bord und an Land. Das Unternehmen unterstützt Reederer, die die Anwendung nutzen, zudem mit dem notwendigen Know-How. Dass die Schifffahrt digitalisiert werden muss, sehen augenscheinlich auch viele Branchenkenner und -fremde. Nicht ohne Grund, freut sich das Startup nämlich über unterschiedliche öffentliche Förderungen durch die IFB Innovationsstarter GmbH, die BWVI und die EU.

Otto Klemke beim Vortrag © R.Seidel Imagery / Hamburg Port Authority A.ö.R

Der Anwendungsbereich von NautilusLog

Das dritte Startup im Bunde ist Metronus. Wir alle reden über Virtual Reality, die verschiedenen Anwendungsbereiche und wie sich diese auf unsere Zukunft auswirken werden (auch spannende hierzu: der Future Talks von der Sara Lisa Vogl auf der Hauptbühne). Auf Virtual Reality in der Medizin hat sich Metronus spezialisiert. Während seines Medizinstudiums stellte Co-Founder Taher Pham, dass er als Arzt nicht alt wird. Aufgrund eines Kreuzband-Risses musste er dann auch noch in eine Reha. Diese wird nur 5 Wochen von den Krankenkassen gezahlt. Für die gesamte Rehabilitation benötigt der Körper im Schnitt allerdings 7,3 Monate. Mit anderen Worten, bei der Entlassung aus der Reha, wusste Taher nicht so richtig wie er nun mit dem Kreuzband-Riss weiter umgehen sollte. Fitnessstudio oder Physiotherapie kamen für ihn nicht in Frage, da diese unterschiedliche Lücken aufweisen. Um die Lücken zu schließen und die bestmögliche Rehabilitation zu gewährleisten, gründete er Metronus. Es bietet ein Virtual-Reality basiertes Trainingsprogramm nach orthopädischen Verletzungen, das dem Patienten ein sicheres und ortsunabhängiges Training ermöglicht. Der Mannschaftsarzt vom Hamburger Sportverein und das Uniklinikum Hamburg sind Entwicklungspartner. Metronus Ziel ist eine bessere Genesung, die auch Spaß bringt. Auf der Suche nach Mitgründern halfen ihm unter anderem auch das etablierte Software-Unternehmen Absolute Software. Die erfolgreiche Suche endete mit seinen heutigen Co-Foundern. Gemeinsam erhielt das Unternehmen bereits einige Auszeichnungen wie die EU-Förderung und das Exist-Gründungsstipendium.

InApp-Darstellung Metronus

Arbeiten bei Metronus

Eine bunte Mischung also bereits in der Kategorie IDEE. Seid gespannt was START und WACHSTUM noch zu bieten haben.

© Titelbild: Anne Gaertner